Zecken waren bei uns eigentlich nie ein Thema. Die Zecken, die ich in den letzten zwei, drei Jahren aus dem Fell meiner Hunde herausgeholt habe, kann ich an einer Hand abzählen.Im Jahr 2012 bagann ich mich über das Thema Barfen zu informieren, d.h. den Hund also frisch, natürlich und frei von künstlichen Inhaltsstoffen zu ernähren. Dabei ist mir erst mal bewusst geworden, wie viel Chemie durch die Spot on Präparate in unsere Hunde „hineingepumpt“ wird.

 

Nun möchte ich Euch hier einmal die unterschiedlichsten Möglichkeiten zur Zecken und Parasitenvorbeugung vorstellen.

An dieser Stelle möchte ich aber darauf hinweisen, dass alle Informationen lediglich auf eigener Erfahrung basieren und eine  Zusammenfassung meiner Recherche ist.

 

 

Chemische Spot-ons

 

Ein Spot-On ist ein chemisches Präparat (meist flüssig in einer Ampulle), ein Kontakt-Antiparasitikum, welches dem Hund hauptsächlich zwischen den Schulterblättern, bzw. im Nacken- und Hüftbereich aufgetragen wird. Meist hält das Präparat bis zu vier Wochen. Es tötet Zecken und Flöhe zuverlässig innerhalb der nächsten 48 Stunden nach Kontakt mit Haut oder Fell und in der Regel bevor sie Blut saugen, (so sagt es der Hersteller Frontline), ab.

 

Vorteile: Aus eigenen Erfahrungen kann ich berichten, dass das chemische Spot-On sehr wirksam ist, zumindest war es das bei uns (ich habe damals Exspot gekauft).

 

Nachteile: einige Hunde, die sensibel und besonders empfindlich sind, können mit Hautirritationen oder allergischen Reaktionen auf das Präparat reagieren. Meine Hündin bekam richtigen Ausschlag. Außerdem sollte man verstärkt darauf achten, sich die Hände zu waschen, damit das Präparat nicht versehentlich im Mund landet. Bei Kindern ist natürlich äußerste Vorsicht angesagt.

 

 

Scalibor Zeckenhalsband

 

Auch handelt es sich um ein chemisches Mittel welches Nervengift enthält und Unverträglichkeiten hervorrufen kann. Das Protectorband schützt durch seinen Wirkstoff Deltamethrin Hunde vor Zecken. Deltamethrin gehört zur Gruppe der Pyrethroide, die für ihre sofortige abschreckende (repellierende) sowie schnell abtötende (insektizide/akarizide) Wirkung auf Parasiten bekannt sind. Unter Repellent-Effekt wird die abschreckende Wirkung von Wirkstoffen auf Zecken und Insekten verstanden, der bei behandelten Hunden ein Aufsitzen, Stechen oder Beißen der Parasiten verhindern soll. Nach dem Anlegen des Scalibor® Protectorbandes verteilt sich der Wirkstoff gleichmäßig in der Haut des Hundes.

 

Vorteile: keine

 

Nachteile: der Wirkstoff Deltamethrin ist ein Insektizid und somit kein natürliches Präparat. Bei Kindern oder mehreren Tieren im Haushalt, rate ich davon besonders ab, da diese Bänder gern beim toben in Berührung von Händen und Mäulern kommt.

 

Tabletten

 

Alternativ gibt es  als Anti-Zecken-Maßnahme eine Tablette, die drei Monate lang hält. Die Bravecto Kautablette ist ein systemisches Insektizid und bietet eine sofortige und anhaltende Zecken-abtötende Wirkung. Die Zecken müssen also am Wirt anheften und mit der Nahrungsaufnahme beginnen, um dem Wirkstoff ausgesetzt zu werde. Genau da liegt das Problem. Beginnt die Zecke zu saugen an, ist bereits die Gefahr der Übertragung vorhanden. Was also genau bringt nun diese Tablette? Über Bravecto gibt es sehr interessante Berichte und ich rate grundsätzlich davon ab!

 

Vorteile:  keine

 

Mein Fazit:  Das Präparat ist definitiv zu schädlich für das Tier! Bitte Vorsicht

 

 

 

Natürliche Spot-ons

 

Diese Präparate benutze ich die letzten Jahre regelmäßig und bin total zufrieden.

 

Wie auch bei Frontline oder Exspot halten diese Präparate ca. vier Wochen lang. Was sich aber von der chemischen Variante unterscheidet, ist die Tatsache, dass die Wirksamkeit von z.B. Amigard ausschliesslich und zu 100% auf pflanzliche Wirkstoffe (Decansäure aus Kokosöl und Margosa) zurückzuführen ist. Das Produkt verbleibt in den äusseren Hautschichten und belastet somit nicht den Körper und Metabolismus des Hundes. Die Wirkstoffe sind für die Parasiten nicht tödlich, halten sie aber fern.

 

Vorteile: Das Präparat ist frei von chemischen Inhaltsstoffen und sowohl für Hund, als auch für Mensch (und Kinder!) unbedenklich. Von sensiblen Hunden wird es besser vertragen, als die chemische Alternative. Außerdem wirkt es bereits, bevor der Parasit den Hund gebissen oder gestochen hat.

 

Nachteile: Jedes ist individuell. Leider wirken nicht alle natürlichen Spot ons gleich und vorallem nicht bei jedem Tier. Man muss qeinige Mittel versuchen um das richtige zu finden.

 

 

Kokosöl

 

Einer der wichtigsten Bestandteile des Kokosöls ist die sogenannte Laurinsäure, auf die Zecken extrem stark reagieren und sie daher meiden. Das Kokosöl wird nach Bedarf großflächig auf dem Rücken des Hundes verteilt (ich mache es immer so, dass ich ca. einen Teelöffel voll in meinen Händen verreibe, bis das Öl flüssig wird und es dann ins Fell einmassiere) und vornehmlich im Nackenbereich, an den Ohren und auch etwas an den Beinen auftrage. Menschen können das Kokosöl übrigens ebenfalls als Abwehrmaßnahme benutzen!
Falls die Zecke bereits zugebissen hat, kann die antimikrobielle Wirkung des Öls dafür sorgen, dass Bakterien und Viren zuverlässig abgetötet werden.

 

Vorteile: Kokosöl hält für ein Naturprodukt sehr zuverlässig, ist gesund für Haut und Fell und es riecht angenehm. Es kann zudem äußerlich und innerlich aufgenommen werden.

 

Nachteile: Das Fell sieht nach der äußerlichen Anwendung kurze Zeit fettig aus. Die Anwendung sollte einmal täglich vorm Spaziergang, oder auch mehrmals gemacht werden und hat keine länger anhaltende Wirkung.

 

 

Schwarzkümmelöl

 

Ein wichtiger Bestandteil beim Schwarzkümmelöl ist der pflanzliche Wirkstoff Thymoquinon. Die ätherischen Öle sind es auch, die aus den Samen gewonnenes Schwarzkümmelöl gegen Zecken so erfolgreich machen. Der Geruch hält die Zecke also ab. Auch dieses Mittel kann ich aus eigener Erfahrung heraus weiter empfehlen.

 

Vorteile: Schwarzkümmelöl ist natürlich und besonders gut für Allergiker geeignet. Es hat außerdem viele positive Nebenwirkungenm sowie eine heilende Wirkung.

 

Nachteile: Gegenüber dem Kokosöl ist das Schwarzkümmelöl etwas teuer.

 

 

Knoblauchtabletten

 

Ob man Hunden frischen Knoblauch füttern sollte, oder nicht, darüber streiten sich die Geister. Als Ernährungsberaterin, kann ich Euch sagen, es ist in kleinen Mengen sehr gesund. Die Knoblauchtabletten scheinen ebenfalls unbedenklich und ein wirksamer Wirstoff im Kampf gegen die Zecken zu sein. Knoblauch hat einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, die den Milchsäuregeruch der Haut, den Auslösemechanismus für Zecken, überdecken. Hunde, die regelmäßig Knoblauch mit der Nahrung aufnehmen, werden für diese unattraktiv. Ein Hund jeder Größe kann 1 Knoblauchzehe pro Woche mit gutem Gewissen verspeisen.

 

Vorteile: Hat positive Nebenwirkungen: antibakterielle Wirkung im Magen-Darm-Trakt sowie blutreinigende und entgiftende Eigenschaften.

 

Nachteile: manche Hunde reagieren besser auf die Einnahme als andere. Bei einigen Hunden hilft der frische Knoblauch besser als die Tabletten. In Kombination mit Kokosöl oder Schwarzkümmelöl vielleichtmanchmal sinnvoller.

 

Bernsteinkette

 

Einige von Euch sitzen jetzt vor Ihrem PC und schmunzeln :)  das dürft Ihr. Mir ging es zuerst nicht anders...

Aaaaber: Durch die Reibung des rohen Bernsteins am Fell, lädt sich das Tierhaar elektrostatisch auf. Dein Hund spürt diese Niedrigspannung nicht. Aber das Ungeziefer, welches dadurch vertrieben wird schon. Man muss beim Kauf solcher Ketten nur darauf achten, dass es ein echter, ungeschliffener Bernstein ist.

 

Vorteile: Nahe der Haut getragen kann Bernstein auch bei Gelenkschmerzen und Hautallergien (Haarausfall, Ekzeme, Flechten etc.) helfen. Die Kette sieht außerdem hübsch aus und kann auch von Menschen getragen werden.

 

Nachteile: Beim Spielen, Toben und wildem Herumlaufen sollte die Kette wegen der erhöhten Verletzungsgefahr abgenommen werden.

 

 

Mein Fazit

 

Nach meinen Recherchearbeiten und Erfahrungen, habe ich für mich beschlossen, Abstand von den chemischen Präparaten zu nehmen und auf die natürlichen Alternativen zurückzugreifen. Das rate ich auch stets meinen Kunden.

Nicht, weil ich generell in jedem Fall gegen Chemie bin (Situationsbedingt),  sondern weil es mir nicht passt, dass einige dieser Mittel erst wirken, nachdem die Zecke zugebissen hat. Wirklich optimal finde ich diese Lösung jedoch nicht, zumal eine Zecke nicht nur Borreliose, sondern diverse andere Krankheiten (wie z.B. FSME) übertragen kann, die nicht zwingend von dem Wirkstoff bekämpft werden können. Ich setze meine Prioritäten also so, dass ich den Biss der Zecke unbedingt vermeiden möchte. Daher werde ich wohl auf eine Kombination aus pflanzlichen Spot-On setzen.

 

 

Ich hoffe, dieser Beitrag konnte Euch einen groben Überblick über die bekanntesten Anti-Zecken-Maßnahmen geben und Euch bei der Entscheidung, welches Mittel für Euch und Euren Vierbeiner am besten geeignet ist, unterstützen  :)

Bei Fragen, meldet Euch einfach bei mir